Hier berichten wir von aktuellen Projekten, Ausflügen und Aktionen des NABU Plochingen-Reichenbach. Unter Aktuelle Artikel finden Sie eine Sammlung unserer Artikel, die wir wöchentlich im Amtsblatt Plochingen veröffentlichen.
es dauert nicht mehr lange
Auch im Jahr 2024 haben wir auf unserer Projektwiese viele Aktionen durchgeführt. Jeweils im Frühjahr, Sommer und Herbst kartierten wir die darauf vorkommenden Pflanzen. Auf der Projektwiese finden sich aktuell über 80 verschiedene Pflanzenarten. Angefangen von A wie Arrhenatherum elatius (Gewöhnlicher Glatthafer) bis Z wie Zaun-Wicke (Vicia sepium). Eine kleine Sensation war dabei der Fund von sechs Exemplaren der Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), einer wilden Orchideenart.
Damit die Pflanzen ihre Früchte und Samen voll entwickeln und diese sich auf der Projektwiese verteilen können, führten wir die erste Mähaktion ziemlich spät Ende Juni durch. Aufgrund der kühleren Wetterlage im Frühjahr hatten dennoch nicht alle Pflanzenarten ihre Früchte voll entwickeln können, so z.B. der Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense). Deshalb hatten wir kleine Blumeninseln stehen gelassen. Die Mähaktionen führten wir insektenfreundlich mit Sensen durch.
Viele freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützten uns dabei. An der Projektwiese sichteten wir regelmäßi auch verschiedene Vögel, so z.B. Stieglitz, Rotkehlchen und Mäusebussard. Sogar ein Graureiher
kam oft vorbei, um die Mäusebestände (die leider sehr groß sind) zu dezimieren. Auf unserer Wiese summt und brummt es inzwischen das ganze Jahr über: von verschiedenen Wildbienen und Schmetterlingen bis hin zu Käfern und Heuschrecken. Sie alle finden hier wertvolle Lebensräume und Nahrung.
Auch im Jahr 2023 war der NABU Plochingen-Reichenbach aktiv bei folgenden Veranstaltungen:
Unter diesem Thema berichtete Sinja Werner am 17.11.2022 im Umweltzentrum. Durch das außergewöhnlich große, mit Nervenzellen dicht bepackte Gehirn dieser Vögel im Vergleich zu anderen Säugetieren sind Krähen und Kakadus in der Lage, Werkzeuge geschickt einzusetzen oder sie sogar selber zu bauen. Häher ver-fügen über ein episodisches Gedächtnis und Keas kooperieren miteinander. Rabenkrähen sind zu abstraktem Denken fähig und Kolkraben können sich in andere Artgenossen reinversetzen. Sie haben eine starke Paarbindung und bleiben ein Leben lang zusammen. Papageien können nicht nur unsere Worte, die sie mit der Zunge formen, nachsprechen, sondern sie auch verstehen und anwenden. Bei diesem Vortrag erfuhren die Zuhörer viel Interessantes und Neues über die Rabenvögel und Papageien.
Unter diesem Thema veranstaltete unsere Ortsgruppe Plochingen-Reichenbach am 03.09.2022 eine Führung in Reichenbach. Obwohl Eulen weder gesehen, noch gehört wurden, konnte Sinja Werner den 14 Teilnehmern anhand des Geländes, von Bildern und anderem Anschauungsmaterial über die Lebensräume, Jagdgewohnheiten, Schlafverhalten, Ernährung und Brutverhalten von Steinkauz, Waldohreule, Waldkauz und auch Schleiereule viel Interessantes vermitteln. Bei der guten Witterung, der herrlichen Abendstimmung, bei der äsende Rehe und jagende Fledermäuse beobachtet werden konnten, war es eine lohnende Veranstaltung. Sinja noch ein herzliches Dankeschön für die gelungene Führung.
Zu diesem Thema hielt unsere Aktive Wildbienenexpertin Marina Moser im Umweltzentrum einen gut besuchten Vortrag: Frau Moser erklärte zunächst die typischen Merkmale einer Biene und dass die fast 600 Wildbienen-Arten in Deutschland bis auf die Hummeln fast alle als solitäre Bienen leben und keine Völker bilden wie die Honigbienen. Bedroht sind Wildbienen durch die Zerstörung ihrer Lebensräume, Monokulturen der Landwirtschaft und nicht regionale Pflanzen. Für in Lößwänden oder im Boden lebende Arten verschwinden diese Landschaften. Viele Wildbienen sind auf die Pollen einer einzigen Pflanzenart angewiesen und sind durch das Verschwinden dieser Pflanzen vom Aussterben bedroht. Das Aussehen, die Lebensweisen und das Vorkommen der Wildbienen erklärte sie beispielhaft anhand ihrer 10 „Lieblingsbienen“. Frau Moser gab dann Hinweise wie man schon im Kleinen - vom Balkon und Garten angefangen - durch Pflanzenvielfalt, Pflanzenauswahl und artgerechte Nisthilfen viel für die Wildbienen tun kann. Hierbei kam auch der Hinweis, dass man speziell bei Blühmischungen, wie sie häufig angeboten werden, auf die Regionalität der Samenmischungen achten solle, da viele Blühmischungen nicht regionale Pflanzen enthalten. Der Vortrag brachte einen interessanten Einblick in die Welt der Wildbienen.
Unsere Bildreihe zeigt die Entwicklung der jungen Turmfalken im Siegenberger Kirchturm.
Im Nest sehen wir zunächst zwei dann drei, kurz danach schon fünf Eier. Die Jungvögel sind nach etwa 28 Tagen Brutzeit geschlüpft, ein Ei wurde offensichtlich nicht ausgebrütet. Die vier Jungfalken haben sich prächtig entwickelt. Auf den letzten zwei Bildern sehen wir, dass das Nest schon verlassen wurde, die Jungvögel sind ausgeflogen.
Diese Bildserie stammt von Herrn Kurt Roos, der diesen Nistplatz seit 2010 betreut. Den Nistkasten hat er nach unseren Anweisungen selbst gebaut und schaut nun seit dem 1. Tag nach dem rechten im Turm.
Die ersten zwei Jahre waren erfolglos, aber seit 2013 brüten die Vögel sehr erfolgreich im Turm, im Schnitt sind pro Jahr drei Jungvögel flügge geworden.
Herr Roos schickt uns regelmäßig Fotos, die wir jetzt hier veröffentlichen. Wir danken Herrn Roos für seinen unermüdlichen Einsatz und ebenso der Kirchengemeinde Siegenberg-Reichenbach, die dieses Projekt ermöglicht hat.
Gut besucht war der Stand unserer Ortsgruppe auf dem Bruckenwasenfest an der von uns und dem Umweltzentrum betreuten Musterwiese. Interessierte ließen sich die vielen auf der Wiese vorkommenden Blumen an den Pflanzen selbst und mit Bildmaterial erklären. Erstaunt waren viele, dass eine Blumenvielfalt nur durch die besondere Pflege – nur zweimaliges Mähen mit der Sense und Abmagern durch Entfernung des Mähgutes – erreicht wird. Anschaulich wurde dargestellt, dass die Vielfalt der Blumen Voraussetzung für die Förderung der Artenvielfalt bei den Insekten ist.
Wollen Sie sich aktiv für die Umwelt durch Mitarbeit bei unseren Projekten engagieren, sind Sie in unserer Ortsgruppe herzlich willkommen.
Einen echten Vogelliebhaber schrecken die Minus-Temperaturen nicht ab, das dachten die 12 Teilnehmer-innen der NABU Führung „Die Vögel des Schurwaldes“ am 06. März in der Frühe bei der Vogelführung im Katzenbachtal. Die Erwartungen wurden mehr als erfüllt. An dem wunderbaren sonnigen Morgen haben wir an die 20 Vogelarten gesichtet oder gehört! Unter der sehr kompetenten Führung von Frau Sinja Werner haben die Teilnehmer / innen den beginnenden Frühling mit einem einmaligen Vogelkonzert erlebt. Sinja Werner ist ausgebildete Ornithologin, kennt alle Vogelarten ausführlich und kann Zuhörer in ihren Bann ziehen! Schön dass wir noch so viele Vogelarten in den Wäldern um Plochingen und Reichenbach haben!
(GF)